Die besten Seniorentennisspieler in Keszthely

Text / Fotos: Attila Szalay
Das Marie-Pinterova-Turnier (ITF-700) der Senioren, fast zweihundert Teilnehmer aus fast zwanzig Ländern mit ihren Begleitpersonen, freundschaftliche Begegnungen und eine Spielerparty am Plattensee: Die Sommersaison in Keszthely fand dieses Jahr in den Sportzentren Helikon und Főnix einen würdigen Abschluss…
In Keszthely ist der Sommerausklang ohne das internationale Seniorentennisturnier fast undenkbar. Traditionsgemäß waren die Plätze in der letzten Augustdekade wieder gut besucht, und die älteren Jahrgänge des Sports reisten aus aller Welt in die wunderschöne, aber aufgrund der Hitze wasserarme Stadt am Ufer des Plattensees. An dieser Stelle sei angemerkt: Für uns Segler ist die stürmische Bucht hier immer die größte Herausforderung, insbesondere während des berühmten Wettbewerbs um die Umrundung des Plattensees.

ANKUNFT BEI DER REGISTRIERUNG
Nun, bei dem Wettbewerb ging es nicht nur um Tennis. Fast zweihundert Wettkämpfer (gemeinsam mit ihren Angehörigen) reisten nach Keszthely, um eine Woche ihrem Lieblingssport zu widmen, alte Bekannte zu treffen, neue Freundschaften zu knüpfen und natürlich die spätsommerliche Atmosphäre der Stadt und des Plattensees zu genießen.
Auffällig war jedoch, dass in diesem großen und internationalen Teilnehmerfeld nur etwa ein Viertel der Spieler aus Ungarn kam. Dies unterstreicht sowohl den internationalen Status des Turniers als auch das grenzüberschreitende Potenzial des Seniorentennis. Selbstverständlich strebte jeder auf dem Platz nach dem bestmöglichen Ergebnis, doch abseits davon spielten Begegnungen, Gespräche und der Austausch von Erlebnissen die Hauptrolle.
Ein kurzer Rückblick
Ein besonderes Highlight des Turniers war die Begrüßung der Teilnehmer auf der Spielerparty durch den langjährigen Präsidenten des Verbandes, András Pintér. Am ersten Tag der Veranstaltung hatte ich die Gelegenheit, mich in angenehmer Gesellschaft mit ihm über eine scheinbar einfache, aber umso interessantere Frage zu unterhalten: Worauf sind Sie im Tennis am meisten stolz?
Seine Antwort mag zunächst überrascht haben, ist aber typisch für einen Mann, für den Tennis nicht nur Sport, sondern auch Familie und Gemeinschaft ist. András ist besonders stolz darauf, dass er und seine Frau – nach der das Turnier benannt ist – dreimal den deutschen Doppelmeistertitel gewonnen haben.
Hinter einem solchen Satz stecken natürlich viel Arbeit, Training, Reisen, Matches und gemeinsame Erlebnisse. Vielleicht war es deshalb so besonders, dass das Gespräch nicht in einem offiziellen Rahmen, sondern in einem viel ungezwungeneren Umfeld stattfand. Genauer gesagt: Das nostalgische Gespräch fand im Főnix Tennis Center statt, wo Dr. Zsolt Szigeti, Tibor Bérces und András Pintérs Sohn (mit ihrem Hund) in Erinnerungen schwelgten.

András Pintérs Anhänger sind eine angenehme Gesellschaft…
Und die Geschichten zeigten schnell, dass in den Erinnerungen an Jahrzehnte im Tennis nicht nur Siege, sondern auch menschliche Beziehungen, gemeinsame Reisen und Momente abseits des Platzes einen ebenso wichtigen Platz einnehmen. Vielleicht ist genau das einer der größten Vorzüge des Seniorentennis. Denn ab einem gewissen Alter zählt nicht mehr nur der Sieg. Für die meisten ist es mindestens genauso wichtig zu wissen, wen man wiedersehen kann, mit wem man sich bei einem Glas Wein unterhalten kann und mit wem man die Gespräche auch Jahrzehnte später noch am selben Ort fortsetzen kann.
Picknick am Platz
Neben dem sportlichen Programm hatten die Teilnehmer auch diesmal Zeit, gemeinsam zu entspannen. Am Abend des dritten Tages erwartete sie im Főnix Tennis Center ein gemütliches Picknick, das vom Vereinspräsidenten Imre Horváth organisiert wurde. Die Veranstaltung entwickelte sich schnell zu einem echten Gemeinschaftserlebnis, bei dem die Teilnehmer aus verschiedenen Ländern nicht als Gegner, sondern als Freunde und Bekannte in bester Stimmung nebeneinander saßen. Und natürlich trug auch das Essen zur Atmosphäre bei.

Picknick
Auf den Tischen standen fast immer Tabletts mit traditionellem Mangalica-Brot mit roten Zwiebeln, dazu gab es Weine aus der Region. Die Weinprobe und die Atmosphäre am Plattensee zeigten schnell ihre Wirkung: Die Gespräche wurden immer länger, die Stimmung entspannter, und die sonst auf dem Sportplatz übliche Konzentration wich Lachen, Geschichten und gemeinsamen Erinnerungen.
Jeder, der schon einmal bei einer ähnlichen Seniorensportveranstaltung dabei war, weiß genau: Der Charme dieser Abende liegt oft darin, dass sie keinem bestimmten Zweck dienen. Einfach gute Gesellschaft, ein Glas Wein zu etwas zu essen, eine angenehme Zeit und viele gemeinsame Geschichten – und schon entsteht ein Erlebnis, an das sich die Teilnehmer später gern erinnern werden.
Mehr als ein Wettkampf
Das internationale Seniorenturnier in Keszthely bewies einmal mehr, dass ein Sportwettkampf weit mehr sein kann als nur die Ergebnisliste. Spieler und ihre Angehörigen aus aller Welt bildeten für ein paar Tage eine Gemeinschaft. Obwohl sie auf dem Spielfeld unter verschiedenen Flaggen antraten,
Der erfolgreichste ungarische Teilnehmer war Zsolt Szekrényes, der sich über mehr als drei Goldmedaillen freuen kann – trotz seiner Verletzungen verteidigte er seinen Titel aus dem Vorjahr. In seinem zweiten Spiel besiegte er zudem den topgesetzten Spieler des Turniers, den Vizemeister der diesjährigen Europameisterschaft in Budapest (ITF Top 10), und im Finale schlug er sogar einen ehemaligen österreichischen Meister! Das Herren-Doppel-Finale musste aufgrund der Verletzung seines Partners abgebrochen werden, sodass ein Dreifachsieg leider nicht zustande kam. Mit seiner Doppel-Weltmeisterpartnerin Éva Szerencsésné Miltényi gewann er jedoch mit einer überzeugenden Leistung das Mixed-Doppel. Auch Péter Homródi verdient Erwähnung, unter anderem für seinen Sieg im László-Lénárt-Wanderpokal in der Altersklasse Ü80. Ich möchte hinzufügen: absolut verdient, denn auf Sand kann man mit seinem vorbildlichen Charakter Jahrzehnte vergessen.
Was meinen Amateurstatus angeht (mit meiner sechsjährigen Rennerfahrung), so verlor ich in der beliebtesten Altersklasse (Board 32) im Viertelfinale deutlich gegen einen deutschen Profi. Übrigens schaffte es nur ein Ungar weiter (wir waren zu sechst ausgeschieden), aber auch er erreichte nicht das Halbfinale. Renault Bruno (Franzose) gewann übrigens in unserem Finale gegen einen Amerikaner – der aktuell die Weltrangliste anführt.

Die Stimmung vor dem Start…
Die Leistung, der Wettbewerb und der Siegeswille bleiben natürlich bestehen, aber all das wird durch etwas ergänzt, das mit den Jahren immer wertvoller wird: menschliche Beziehungen. In der heutigen schnelllebigen Welt ist es besonders lobenswert, wenn sich eine Sportgemeinschaft nicht nur auf die Organisation des Wettkampfs konzentriert, sondern auch bewusst Zeit und Energie in das Miteinander investiert. Auf den ersten Blick mag ein Picknick, ein gemeinsames Abendessen, eine Weinprobe oder auch ein langer Abendgespräch wie ein zusätzliches Programm erscheinen. Doch in Wirklichkeit sind es genau diese Momente, die eine Gemeinschaft formen. Man kann es Teambuilding, Gemeinschaftsprojekt oder einfach eine gute Idee nennen. Der Kern ist derselbe: Menschen begegnen einander, unterhalten sich, teilen ihre Geschichten – und sammeln gemeinsame Erfahrungen.
So endet der Sommer in Keszthely.
Mit dem Ende des Sommers in Keszthely ging also nicht nur ein weiteres Tennisturnier zu Ende. Auch eine neue gemeinsame Geschichte begann. Auf den Plätzen wurden Spiele entschieden, Ergebnisse erzielt und Champions gekürt. Und abseits des Platzes wurden alte Freundschaften vertieft und neue Bekanntschaften geschlossen. Sicherlich freuen sich einige Teilnehmer schon auf das nächste Treffen in Keszthely. Denn eines der wichtigsten Merkmale des Seniorentennis ist, dass es einfach nicht enden will.

Riesenrad
Das Spiel mag vorbei sein, der Wettkampf mag vorbei sein, der Sommer mag vorbei sein – aber die Gemeinschaft, die Freundschaft und die Liebe zum Sport leben weiter. In Keszthely ist es mittlerweile Tradition, das Ende der Sommertennissaison nicht nur auf dem Platz, sondern auch mit einem geselligen Abend in fröhlicher Runde zu feiern.
Es gibt wohl keinen schöneren Weg, einen langen, ereignisreichen Tennissommer ausklingen zu lassen: ein letztes Match, alte Geschichten, neue Freunde, Brot mit roten Zwiebeln und Mangalica-Fett, ein Glas Wein aus der Region – und schon kann man sich auf den nächsten Sommer freuen.
