Lackenhofs Saisonabschlussbesteigung an den Iden des März

Text/Foto: Attila Szalay
Der Korrespondent dieses Berichts hatte die Bezwingung des österreichischen Ötchergebirges seit über fünf Jahren geplant, und an den Iden des März war es endlich soweit. Trotz gletscherartiger Schneeverhältnisse und widriger Wetterbedingungen wurde das zweitägige Wochenende dank zweier ungarischer Skilehrer zu einem unvergesslichen Erlebnis, bereichert durch lehrreiche Momente und Erlebnisse. Diese können natürlich nur im Rahmen eines Artikels ohne Anspruch auf Vollständigkeit wiedergegeben werden, da die Anekdoten fast einen Roman füllen würden (aufgrund ihrer Länge)...

Gegenüber dem schwarzen Hang in fast zweitausend Metern Höhe
Lackenhof, eines der Highlights Niederösterreichs, liegt im Schatten des Ötchergebirges und beherbergt derzeit 250 Einwohner. Die ersten Ungarn, die in die wunderschöne Alpenlandschaft kamen, waren Ferenc Dudás aus Kecskemét vor über 25 Jahren mit seiner Familie (Dudi, Familienoberhaupt, Dió, seine Frau, und Marci, ihre Tochter). Ihre Geschichte gilt aufgrund ihres erfolgreichen Lebensstils und ihrer geschäftlichen Erfolge als beispielhaft. Womöglich ist es ihnen zu verdanken, dass der Gastgewerbemarkt heute größtenteils von Ungarn dominiert wird – mit acht Inhabern. Ferenc Dudás kam als Pionier in der Region eine besonders wichtige Rolle zu. Das Trio verbringt hier drei Monate im Winter (ihre beiden Pensionen bieten Platz für 103 Gäste). Darüber hinaus verzeichnet das Bergdorf rund 800 Übernachtungen, die größtenteils von Ungarn belegt werden. Die Familie Dudás ist in der Region als professionelle Skilehrer bekannt, die traditionell an den letzten beiden Tagen der Saison die gesamten 20 Pistenkilometer am Stück befahren. Doch dank eines glücklichen Zufalls konnte ich dieses Mal mit meinem Freund Zsiga aus Veszprém mitfahren.

Im Nebel auf dem Gipfel
(der Autor zwischen den beiden professionellen Skilehrern)
Am Tag unseres Nationalfeiertags herrschte jedoch dichter Nebel mit Nieselregen. Das gemeinsame Skifahren zum Abschluss des Sonntags war für mich nicht nur eine Ehre und eine fast gefährliche Herausforderung, sondern auch eine Art persönlicher Rekord. Schließlich hatte ich fast ein halbes Jahrhundert lang die Gelegenheit, diesen wunderbaren Sport in einem Dutzend Ländern auszuüben, aber unter solch idealen Bedingungen – und noch dazu an unserem Nationalfeiertag – war es mir noch nie gelungen! Während der Liftfahrten hörte ich mir demütig ihre hilfreichen technischen Ratschläge an (besonders auf der schwarzen Piste Nummer drei) und erzählte von gemeinsamen Anekdoten und Freunden – ungarischen Skistars, die in der Szene bekannt sind. Nur drei Namen sollen hier in alphabetischer Reihenfolge genannt werden (Viktor Klausmann, Miklós Ozsváth und László Csorba-Simon), die drei im Namen der ungarischen Wahrheit.

Eine Gruppe Freunde entspannt sich in guter Stimmung
Ferenc verdient es, aufgrund seiner beispielhaften Sportlerkarriere vorgestellt zu werden. In seiner Jugend war Handball neben vielen anderen Sportarten die wichtigste Sportart unseres Helden, der zwei Ingenieurabschlüsse besitzt. Er ist nun – wie man so schön sagt – im Ruhestand und kann sich dank seiner Gene und seiner Sportbegeisterung mindestens zehn Jahre lang dem Sport verschreiben. Da er sich aktuell ausschließlich dem Skifahren widmet, möchten wir unsere Leser darauf hinweisen, dass er auch lange Zeit Vorstandsmitglied des Ungarischen Skilehrerverbandes war. Dudi Mistrálos (vielleicht der Erste) erregte in Kanada mit seinem Heliskiing Aufsehen, über das selbst die besten Skifahrer höchsten Respekt zollen. Tatsächlich beschreibt wohl jeder diese fantastische Leistung, die besonderes Können und Mut erforderte, in Superlativen – sie wäre eine eigene Veröffentlichung wert.

Der letzte Einsatz der Skiretter endete diesmal ohne Zwischenfall.
Am Ende eines anstrengenden Tages war ich etwas traurig, von der Schließung am nächsten Tag zu erfahren, da mir die üblichen Öffnungszeiten bis Ostern angesichts der Schneemengen unangemessen erschienen. Eine Analyse dieses Sachverhalts würde natürlich ein wesentlich breiteres Forum erfordern…
